Migrationswege türkischer Juden im 20. Jahrhundert – Türkei, Deutschland, Lateinamerika
jüdischer Salon am Grindel e.V.
Mi 18.11.26 — 19.30

Migrationswege türkischer Juden im 20. Jahrhundert – Türkei, Deutschland, Lateinamerika

mit Corry Guttstadt und Özlem Sultan Çolak

Die Veranstaltung wird in einem ersten Teil einen Überblick über die Migrationswege türkischer (ex-osmanischer) Juden und Jüdinnen geben und im zweiten Vortrag anhand ausgewählter Lebensgeschichten über erfolgreiche oder misslungene Fluchtgeschichten türkischer Jüdinnen und Juden aus Nazi-Deutschland nach Lateinamerika berichten.

TONALi SeminarVorträge

Auf einen Blick

Es werden die Fluchtwege von türkischen Juden zwischen und in den beiden Weltkriegen aufgezeigt und erläutert.

Es ist ein, in der jüdischen Kulturgeschichte nicht sehr oft besprochenes Thema

Ist für alle was, die sich für historische und gegenwärtige Fluchtwege interessieren.

Programm

Unter der „Migration aus der Türkei“ wird in Deutschland vor allem die Migration von Arbeitsmigrant:innen assoziiert. Und mit „jüdische Flucht – Türkei“ verbindet man meistens die Emigration der vom NS-Regime als ‚jüdisch‘ verfolgter Wissenschaftler:innen während der 1930er Jahre in die Türkei.

Weit weniger bekannt ist die Emigration von Juden und Jüdinnen aus der Türkei (und dem Osmanischen Reich) während der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts: mehr als 25.000 Juden aus der Türkei lebten während der Zwischenkriegszeit in Paris, Berlin, Mailand, Brüssel und zahlreichen anderen Städten Europas, eine noch größere Anzahl siedelte sich in ‚den Amerikas‘ an. 

Aufgrund der sprachlichen Nähe des Judezmo (der Sprache der sephardischen Juden) zum Spanischen, bot sich insbesondere Lateinamerika als Migrationsziel an. So entstanden während der 1920er und 1930er Jahre in Argentinien von ‚türkischen‘ Juden gegründete landwirtschaftliche Kooperativen und in den Großstädten mehrerer lateinamerikanischer Staaten gründeten sich türkisch-jüdische Gemeinden.
Mit Einsetzen der nationalsozialistischen Verfolgung in Deutschland versuchten auch mehrere der hier ansässigen türkischen Juden nach Lateinamerika zu fliehen oder weiter zu migrieren.

Die Veranstaltung wird in einem ersten Teil einen Überblick über die Migrationswege türkischer (ex-osmanischer) Juden und Jüdinnen geben und im zweiten Vortrag anhand ausgewählter Lebensgeschichten über erfolgreiche oder misslungene Fluchtgeschichten türkischer Jüdinnen und Juden aus Nazi-Deutschland nach Lateinamerika berichten.


Vortragende

Corry Guttstadt ist selbständige Autorin, Übersetzerin und Aktivistin zu den Themen Menschenrechte, Rassismus und Antisemitismus. An der Universität Hamburg studierte sie Turkologie und Geschichte, sie ist Verfasserin zahlreicher Publikationen zur Geschichte und Situation der Juden in der Türkei. Aktuell bereitet sie unter dem Titel „Zwischen Aufbruch und Verfolgung“ einen Band mit Migrationsgeschichten türkischer Juden im 20. Jahrhundert vor.

Özlem Sultan Çolak studierte in Ankara Latein- und Nordamerikastudien sowie Geschichte. Derzeit sie ist Doktorandin an der Universität Wien und forscht zur Migration aus dem Osmanischen Reich nach Lateinamerika sowie der Entstehung kollektiver Erinnerung in Diasporagemeinschaften. Ihre Arbeit verbindet Migrationsgeschichte und Erinnerungsforschung.


Der Vortrag von Özlem Sultan Çolak findet auf Türkisch statt, es wird übersetzt. 

Der Abend wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung. 

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. 

Bitte melden Sie sich verbindlich an über info@salonamgrindel.de.


Eine Veranstaltung des jüdischen Salon am Grindel e.V.

In Kooperation mit: 

Interkulturelle Werkstatt Hamburg

Hinkommen

Mit der U2 oder U3 bis Haltestelle Schlump, dann 5 Min zu Fuß:

Auf „Beim Schlump“ geradeaus > an der zweiten Ampel links auf „Bogenstraße“ > nächste links auf „Kleiner Kielort“

Mit den Buslinien 4, 5, 15 und X3 bis Haltestelle „Bezirksamt Eimsbüttel“Auf die „Bogenstraße“ abbiegen > nächste links auf „Kleiner Kielort“

Das TONALi Seminar befindet sich hinter unseren Büroräumlichkeiten.

Wir halten eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen auf dem Hof bereit.

Bitte nutzen Sie nur die Parkplätze mit „TONALi“ oder ab 18:00 Uhr und am Wochenende die zusätzlich die „IPS Foto“ Stellplätze. Sollten keine Parkplätze mehr frei sein, nehmen Sie bitte Rücksicht auf die vermieteten Stellplätze unserer Nachbar:innn und nutzen Sie die kostenpflichtigen Parkplätze in der Umgebung.

An der Kreuzung Bogenstraße / Grindelallee befindet sich eine Stadtrad-Station. Am TONALi Campus gibt es begrenzte Fahrradhalter, bitte halte Flucht- und Rettungswege frei.

Barrierefreiheit

Die Haltestellen Schlump und Hoheluftbrücke sind mit einem Fahrstuhl ausgestattet.

Aktuell ist der nächste öffentliche Behindertenparkplatz in der Grindelallee 178 (ca. 300m), zwei weitere befinden sich in der Monetastraße 5 (ca. 370m).

Vor dem TONALi SAAL gibt es keinen expliziten Behindertenparkplatz, gerne reservieren wir Ihnen einen Parkplatz mit ausreichend Abstand.

Das TONALi Seminar ist stufenlos begehbar und über den Innenhof zu erreichen.

Eine rollstuhlgerechte Toilette ist leider nicht vorhanden.

Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 erhalten gegen Nachweis 50% Ermäßigung im TONALi Ticketshop. Sofern das Merkmal „B“ im Schwerbehindertenausweis vermerkt ist, erhält eine Begleitperson eine kostenlose Karte.

Gastronomie

Zudem empfehlen wir einen Besuch bei unseren Nachbarn:

3 Min: Mathilde Bar, Bogenstraße 5 Webseite / Karte

3 Min: HADLEYS Bar, Beim Schlump 84A Webseite / Karte

Partner & Förder:innen

fluctoplasma Festival

22.10. - 25.10.